Vor dem Beginn einer Arbeit steht meist eine Art Ahnung, eine Wunschvorstellung von ihrer fertigen Erscheinung, und das Spüren nach einem Weg dorthin mit kleinen Skizzen, die möglichst viel offenlassen. Die gestalterischen Mittel, um die vorgestellten Bilder realisieren zu können, haben sich dann immer aus dem Anspruch des Sujets entwickelt und dabei natürlich fortschreitend an Differenziertheit gewonnen. Sie dienen, in einem langwierigen und von Zweifeln gehemmten Entstehungsprozess angewandt, dem Versuch der Formfindung für ein Thema, das sich bei mir von Arbeit zu Arbeit einfordert, die Gestaltung situativer Modelle (oder Szenen) des archaischen Gefühls, gefangen, eingeschränkt zu sein und nicht „fliegen“ zu können – und des skeptischen, aber erlösungshungrigen Aufbegehrens dagegen. Wegen der Unmöglichkeit präziser Gefühle und einer zwanghaften Abneigung gegen determinierte Konkreta suche ich, der ja während der Entstehung nur sich selbst zum Partner und zum Gegner hat, in allen Formungen nach einer assoziativen und unverstellten Lesbarkeit für ein gedachtes Gegenüber, das sich zu öffnen vermag. Erkennbarkeiten im Bild sind in diesem Sinne Zitate, keine Aussagen. Auch die Titel sind naheliegend-absichtslose Versuche, keine Anker und Angeln auszuwerfen, die Blickrichtungen festlegen. H. H.